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 < zurück        verfasst am 22.06.2017 18:22

Heizöl nachtanken, wann und wie?

Es stellt sich häufig die Frage, wann ist der richtige Zeitpunkt, den Öltank wieder auffüllen zu lassen?
Kann ich verschiedene Heizölsorten mischen ?

Manchmal ist es gar nicht so einfach, die richtige Antwort zu finden.



a) Kann das Heizöl überlagert werden?

Heizöl altert und kann bei längerer Lagerung ausflocken. Der Lagerbehälter sollte dunkel, und frostsicher stehen. Wird innerhalb eines Jahres Heizöl nachgetankt, kann das „frische“ Heizöl bedenkenlos mit der Restmenge vermischt werden. Hat sich bereits ein Bodensatz im Tank gebildet, ist Vorsicht geboten. 
Je mehr Bodensatz, desto eher besteht die Möglichkeit, dass kleinste Schwimmteilchen vom Brenner angesaugt werden und Leitungen, Düsen oder Filter verstopfen. 

In einem solchen Fall muss die schlammige Masse mittels professioneller Tankreinigung entfernt werden. 
Es wird empfohlen, den Tank oder die Tanks alle 5 bis 10 Jahre von einem Tankreinigungsunternehmen reinigen zu lassen. Eine schwimmende Absaugung im Tank ist hilfreich. Das Heizöl wird von der Oberfläche her angesaugt, so dass kein Schmutz oder Wasser vom Tankboden in die Leitung kommt.

b) Wie ermittelt man den aktuellen Tankinhalt?

Eine einfache Formel hilft, den Restbestand im Tank ungefähr zu bestimmen. 

Ein Beispiel:

Ihr Tank fasst 3000 Liter, er ist 150 cm hoch und die Skala zeigt 15 cm an. 

So wird gerechnet: Das Volumen des Tankes beträgt 3000 Liter: Die Höhe ist 150 cm = 20 Liter/cm 20 Liter/cm x Es ergibt sich ein Rest bei 15 cm Füllhöhe von ca. 300 Liter Restmenge 

Unser Beispiel ist nur eine ungefähre Rechnung. Es kommt auch auf die Form des Tanks an: Eher eine ovale Form – eventuell abgerundete Ecken u.s.w.

Heizöl-Tanks können mit einer digitalen Füllstandsanzeige ausgestattet werden.

c) Wann am Besten tanken?

Statistiken der letzten Jahre zeigen die Tendenz, dass Heizöl im Schnitt gegen Ende der Heizperiode am günstigsten war. 

2008 erreichte der Heizölpreis seinen Höchststand im Juli und sank im Winter stark ab. 
2009 war Heizöl kaufen am günstigsten im Februar/März, während die Preise zu Beginn der Heizsaison stiegen. 
2010 und in den Jahren danach war Heizöl ebenfalls zum Ende des Winters günstig und wurde im Frühsommer teurer.

Geopolitische Verhältnisse können sich auf den Heizölpreis auswirken. Das zeigt der Ölpreisverfall Ende 2014/ Anfang 2015. Der Preis sank für den Liter Heizöl seit langem wieder unter 60 Euro pro Liter. Hintergrund des Ölpreisverfalls war unter anderem der Fracking-Boom in den USA, wodurch ein Überangebot an Öl entstand. Zusätzlich lief die Ölproduktion in einigen Exportländern ungebremst weiter. 

Dass das Heizöl so günstig wurde, kann aber auch auf die milde Witterung zurückgeführt werden. 
Glaubt man den Statistiken der Jahre zuvor, sollte man also seine Öltanks möglichst nicht zu Beginn der Heizsaison füllen, sondern lieber gegen Ende des Winters Heizöl kaufen.

Das alles nutzt den Hausbesitzer natürlich wenig, wenn am Anfang der Heizsaison der Tank leer ist.

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