Expertentipps
 < zurück        verfasst am 22.06.2017 18:27

Das Anlaufen oder Beschlagen von Flachkollektoren

Es gibt verschiedene Gründe:

a) Witterungseinflüsse Wärme/Kälte:

Warme Luft speichert mehr Feuchtigkeit als kalte Luft. Wenn aber die feuchtwarme Luft abkühlt, entsteht Feuchtigkeit durch Kondensat. Die kältere Kollektorscheibe beschlägt. Das ist jedoch normal. Diese entstandene Feuchtigkeit trocknet bei Sonnenbestrahlung schnell wieder ab. Durch die unteren Belüftungsöffnungen kann kältere, trockene Luft in das Innere eindringen und erwärmt sich. Die warme Luft ist leichter als kalte. Es entsteht eine Luftzirkulation. Die warme Luft steigt an der Kollektorscheibe auf. Diese trocknet und tritt an der oberen Entlüftngsöffnung wieder aus.


Fazit: Keine Abhilfe nötig.


b) Verstopfte Be- und Entlüftungsöffnungen:

Es kann keine Luftzirkulation im Innern des Kollektors stattfinden. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert an der Innenseite des Kollektorglases. Es kann nicht ausreichend austrocknen. Der Kollektor bleibt ganz oder teilweise beschlagen.

Fazit: Be- und Entlüftungsöffnungen immer wieder kontrollieren.


c) Nicht richtig eingestellter Volumenstrom des Wärmeträgermediums:

Sind die Volumenströme zu hoch oder zu niedrig eingestellt, kann sich die feuchtwarme Luft am kalten Kollektorabsorber absetzen und die Kollektorscheibe beschlägt. Der Kollektor ist meist morgens länger beschlagen.

Fazit: Der Volumenstrom muss auf die richtigen Wert nach Angaben des Herstellers Eingestellt werden.


d) Falsch dimensionierte oder zu große Speicher im Vergleich zum Kollektorfeld:

Es wird zu viel kaltes Wärmeträgermedium – und zu lange in den Kollektorabsorber gepumpt. Feuchtwarme Luft kondensiert am Absorber und beschlägt an der Kollektorscheibe. Der Kollektor ist meist morgens länger beschlagen.

Fazit: Die Anlage richtig dimensionieren, das heißt: Die Fläche der Kollektoren Auf den Speicher oder den Wärmetauscher abstimmen. Manchmal kann auch der Mangel durch zusätzliche Belüftungsöffnungen behoben werden. Eine Klärung mit dem Hersteller ist erforderlich.


e) Zu geringe Dachneigung:

Das Problem entsteht bei einer Dachneigung weniger als 30 Grad. Die Be- und Entlüftung des Kollektors funktioniert nicht richtig. Es kann keine ausreichende Luftzirkulation im Kollektor stattfinden. Es wird nicht genügend Feuchtigkeit nach außen transportiert.

Fazit: Die Kollektoren mit einem speziellen Ständerungsset in eine günstigere Dachneigung bringen. Der optimale Bereich ist 40 – 60 Grad. Manchmal kann auch der Mangel durch zusätzliche Belüftungsöffnungen behoben werden. Eine Klärung mit dem Hersteller ist erforderlich.


f) Beschlagen durch Schwerkraftzirkulation:

Wenn der Speicher warm, die Kollektoren kalt und die Rückschlagklappen nicht komplett dicht sind, kann es zur Schwerkraftzirkulation des Wärmeträgers kommen. Die Feuchtigkeit der so erwärmten Luft beschlägt dann die kältere Kollektorscheibe.

Fazit: Einbau eines Thermosiphons am Speicher.

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